Birgit Baumkötter-Glawe - Praxis für Psychotherapie

Allgemeine Infos | Verhaltenstherapie | Behandlungsschwerpunkte | Ablauf | Kosten

Allgemeine Infos

Was ist Psychotherapie?

Unter Psychotherapie versteht man die Behandlung seelischer Probleme mit Hilfe wissenschaftlich anerkannter psychotherapeutischer Verfahren. Zu seelischen Problemen zählen Störungen der Wahrnehmung, des Verhaltens, der Erlebnisverarbeitung, der sozialen Beziehungen und der Körperfunktionen.

Welche Psychotherapieverfahren werden von den Krankenkassen bezahlt?

Verhaltenstherapie, Psychoanalyse und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie. Die Verfahren sind historisch aus unterschiedlichen Herangehensweisen entstanden. Die Psychoanalyse ist von Freud begründet worden; aus ihr sind auch die tiefenpsychologisch fundierten Therapieverfahren hervorgegangen. Die Verhaltenstherapie hat einen naturwissenschaftlichen, lerntheoretischen Hintergrund und wurde zunächst mit Hilfe experimenteller Methoden entwickelt, später um kognitive sowie gesprächstherapeutische Verfahren ergänzt. Auf dem Boden eines humanistisch und ressourcen-orientiert geprägten Menschenbildes werden die Eigenverantwortung und Selbsteffizienz des Patienten gefördert. Die Verhaltenstherapie (s.u.) orientiert sich - wie kein anderes Verfahren - an naturwissenschaftlichen Grundlagen. Sie stellt sich wissenschaftlichen Wirksamkeitsuntersuchungen und entwickelt sich beständig.

Was ist der Unterschied zwischen einem Psychologen, einem Psychologischen Psychotherapeuten, einem ärztlichen Psychotherapeut und einem Psychiater?

Wer ist psychologischer Psychotherapeut?

Ein psychologischer Psychotherapeut ist ein Diplom-Psychologe, der sowohl ein abgeschlossenes Psychologiestudium an einer Universität als auch eine staatlich anerkannte 3- bis 5-jährige Vollzeit- bzw. berufsbegleitende Therapieausbildung aufweist. Dieser hat eine Approbation erhalten, das bedeutet, dass er durch ein Staatsexamen die staatliche Anerkennung und die Genehmigung zur Ausübung der Heilkunde erworben hat. Er ist im Facharztregister eingetragen. In meinem Fall ist dies das Arztregister der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen.

Wer ist ärztlicher Psychotherapeut?

Ein ärztlicher Psychotherapeut ist ein Arzt, der nach einem Medizinstudium eine Therapieausbildung absolviert hat.

Wer ist ein Psychiater?

Ein Psychiater ist ein Arzt mit einer Ausbildung zum Facharzt für Psychiatrie. Seine Ausbildung und Arbeitsweise geht eher von einer körperlichen Perspektive aus. Die Behandlung mit Medikamenten steht somit im Vordergrund und kann als Begleitmaßnahme einer Psychotherapie sehr wichtig sein.

Verhaltensterapie

Als Verhaltenstherapeutin arbeite ich mit Patienten in erster Linie nach verhaltenstherapeutischen Gesichtspunkten. Die Verhaltenstherapie verfügt mittlerweile über ein großes Spektrum an wissenschaftlich bestätigten Verfahren und Techniken. Schwerpunkt der Verhaltenstherapie ist das Lösen von Problemen in der Gegenwart. Die Methode fußt auf den sogenannten Lerntheorien. In den letzten Jahrzehnten hat die Verhaltenstherapie ihr Erscheinungsbild grundlegend verändert und beinhaltet sehr vielfältige Ansatzpunkte. Ihre Wirksamkeit ist in zahlreichen Studien für viele Störungsbereiche wissenschaftlich sehr gut belegt. Am Anfang der Verhaltenstherapie stand das Verhalten im Mittelpunkt (Behaviorismus), dann wurden durch die "kognitive Wende" Kognitionen (Gedanken), die Einfluss auf Verhalten, Gefühle und Körperreaktionen haben, mehr in den Betrachtungsmittelpunkt gezogen. Neuere Ansätze betrachten zunehmend Themen wie Selbstaufmerksamkeit, Achtsamkeit mit sich, Beziehungen und auch Lebensfragen.

Behandlungsschwerpunkte

Falls Sie sich in den nachfolgenden Problemen wiederfinden, könnte eine Psychotherapie indiziert sein:

  • Sie fühlen sich oft traurig oder haben das Gefühl zu versagen?
  • Sie sind oft unsicher und fragen sich immer, was die anderen von Ihnen denken?
  • Sie haben Schlimmes erlebt und können dies nicht alleine überwinden?
  • Sie fühlen sich leer und antriebslos?
  • Sie haben Probleme mit dem Essen?
  • Sie haben Angst vor Menschenmengen und bleiben immer mehr zu Hause?
  • Sie haben starke Stimmungsschwankungen und wissen nicht, wie Sie damit umgehen sollen?
  • Sie können das Haus nicht verlassen, ohne wiederholt Herd, Wasserkocher etc. zu kontrollieren?

Für Erwachsene aller Altersstufen, die unter psychischen Problemen leiden, biete ich psychotherapeutische Behandlung und Beratung an. Dies umfasst:

  • Depressionen,
  • Bipolare Störungen,
  • Angststörungen,
  • Essstörungen,
  • Zwangsstörungen,
  • Akute und Posttraumatische Belastungsstörungen,
  • Psychosomatische Probleme und
  • Persönlichkeitsstörungen.

Ablauf

Wie bekomme ich einen Therapieplatz?

Wenn Sie sich für eine Therapie bei mir interessieren, melden Sie sich telefonisch zu den angegebenen Sprechzeiten in meiner Praxis. Wir können dann einen Termin für ein erstes Informationsgespräch in der ersten Sprechstunde vereinbaren. In diesem Gespräch haben Sie die Gelegenheit, Ihre Probleme zu schildern, mich kennen zu lernen und können einen ersten Eindruck von der Therapie gewinnen. Zudem dient dieses Gespräch dazu, das weitere Vorgehen zu besprechen und hilft mir, eine erste Einschätzung bezüglich Ihrer Problematik und der Therapie vorzunehmen. Auch auf Fragen der Kostenübernahme können wir in diesem Gespräch eingehen.

Wie geht es weiter, wenn ich mich für eine Therapie entschieden habe?

Seit dem 01.04.2017 ist eine Reform der Psychotherapierichtlinien in Kraft getreten. Daraus ergeben sich folgende Änderungen:

  1. Vor Beginn einer Psychotherapie findet eine Sprechstunde statt, um die Indikation für eine Psychotherapie zu überprüfen. Hierbei geht es um eine allgemeine Diagnostik und Orientierung (z.B. ist eine ambulante Verhaltenstherapie passend oder eher ein anderes Psychotherapieverfahren, ein Klinikaufenthalt oder eine Beratung). Allerdings bedeutet eine Sprechstunde nicht, dass wir unmittelbar mit der Therapie beginnen können. Sprechstunden anzubieten ist zur Zeit erstmal nur für Therapeuten verpflichtend, nicht aber für Patienten. Dieses wird aber ab April 2018 auch der Fall sein. Die maximale Anzahl der Sprechstunden ist pro Patient 6 x 25 Minuten, die in meiner Praxis mit 3 x 50 Minuten stattfinden

  2. Bei Therapieaufnahme finden dann im Anschluss mindestens 2 (maximal 4) probatorische Sitzungen statt, danach wird ein Antrag gestellt. Über weitere Formalien (wie Konsiliarbericht, Antragsstellung etc.) kläre ich Sie während der Sprechstunde oder der probatorischen Sitzungen auf. Sie haben während dieser Sitzungen die Möglichkeit, mich genauer kennenzulernen und zu schauen, ob ich die richtige Ansprechpartnerin für Sie und Ihr Problem bin. Vertrauen Sie hierbei auf Ihr Bauchgefühl! Sie sollten sich gut aufgehoben fühlen und das Gefühl haben, ohne Scheu über alles sprechen zu können. In diesem Zeitraum steht eine gründliche Diagnostik, die die Grundlage für die Erstellung eines individuellen auf Ihre persönliche Problematik zugeschnittenen Behandlungsplans darstellt, im Vordergrund. Dieser Behandlungsplan wird Ihnen vorgestellt und erklärt. Mir ist dabei wichtig, dass Sie sich mit der Behandlung identifizieren und bereit sind, mit meiner Hilfe an Veränderungen im Alltag zu arbeiten. Die Therapie findet in der Regel in wöchentlichen Einzelsitzungen mit einer Dauer von 50 Minuten statt. Gegen Ende der Behandlung vergrößern sich die Abstände zwischen den Sitzungen.

  3. Eine Kurzzeittherapie gliedert sich in 2 Abschnitte: jeweils 2 x 12 Stunden (mit einem Bewilligungsschritt nach der Hälfte der Stunden) anstatt bisher 25 in einem Bewilligungsschritt.

  4. Es besteht die Möglichkeit einer Akutbehandlung von 12 Stunden (die bei einer Krankenkasse nur angezeigt werden muss), welche auch als Richtlinientherapie fortgeführt werden kann. Bei der Akutbehandlung geht es zunächst um eine erste Stabilisierung und nicht um die Bearbeitung grundlegender Probleme.

  5. Eine Langzeittherapie beinhaltet von Anfang an 60 Stunden anstatt bisher 45, die um weitere 20 Stunden verlängert werden kann.

  6. In meiner Praxis besteht sowohl die Möglichkeit einer Einzel- als auch Gruppentherapie. Bitte fragen Sie bei Interesse einfach bei mir persönlich nach und wir entscheiden gemeinsam, ob es in Ihrem Fall hilfreich ist.

Über weitere Formalien (wie Konsiliarbericht, Antragsstellung etc.) kläre ich Sie während der Sprechstunde oder der Probatorik auf.

Kosten

Wer übernimmt die Kosten für die Therapie?

Als approbierte Psychologische Psychotherapeutin mit einer Kassenzulassung bin ich im Arzt-/ Psychotherapeutenregister (gemäß § 4 der ärzte-Zulassungsverordnung) eingetragen. In meiner Psychotherapeutischen Praxis kann ich so Gesetzlichversicherte, Privatversicherte, Beihilfeberechtigte oder Selbstzahler behandeln. Die Kosten der Gesetzlichversicherten richten sich nach dem EBM (Einheitlichen Bewertungsmaßstab) und werden von den Krankenkassen übernommen. Die Kosten für Privatversicherte, Beihilfeberechtigte und Selbstzahler richten sich nach der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP). Es wird für eine Sitzung von 50 Minuten Dauer der 2,3fache Satz in Rechnung gestellt, das sind 100,55 €. Die privaten Versicherungen haben unterschiedliche Bedingungen für die Erstattung von Kosten einer Psychotherapie. Bitte erkundigen Sie sich vor Aufnahme einer Behandlung nach den individuellen Modalitäten der Kostenübernahme bei Ihrer Krankenkasse.